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herausragende Bücher:
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Reportagen
" Wir möchten Ihnen ein paar gute Geschichten erzählen."
 
Eine neue Zeitschrift die es in sich hat
Reportagen ist ein neues
Zweimonats-Magazin aus der Schweiz
Drauf gestoßen sind wir mit unserer
untrüglichen Spürnase für's außergewöhnliche: Die Nullnummer erhielten wir unaufgefordert mit
der Post.
Sofort brach Streit aus. Wir streiten uns sowieso immer. Wie Olli-Maus und Willi-Maus. Aber nur über wichtige Fragen wie z.B. diesmal, wer denn das Reportagen-Heft mit nach Hause nehmen dürfe. Den Streit habe ich -wie immer- für mich entschieden.
Das vielversprechende Äußere
(Leineneinband, eigenwillige Grafik) entäuschte nicht mein Inneres: Reportagen, die man auch zweimal durchliest.
Ich begann mit Sarah und
ich verrate hier nicht, worum es geht, weil sonst der Leser abwinken
würde („nicht schon wieder, kenn' ich langsam zur Genüge“) -
Nichts da. Ich wollte das Heft nicht weglegen und bin noch immer sehr
berührt. Eine Tatsachengeschichte mit viel O-Ton, doch keine
„Bottroper Protokolle“, wenn die noch jemand kennt, nein, etwas
ganz anderes, echtes, ausgewählt-authentisches und schnörkelloses.
Dann Irrland. - Das ist ja Nauru direkt vor unserer Haustür ! Unglaublich zu welchen Exzessen "die Irländer" fähig sind. Die saufen
nicht nur, sondern konsumieren bis zum
Umfallen. Was dort geschehen ist, ist das Spiegelbild von
Nauru, der kleinen Pazifikinsel, die vom Reichtum überschwemmt wurde
(siehe Rezension ): „1980 noch lebte ein Drittel aller Iren unter
der Armutsgrenze“. Dann kam die EU, dann kam der Euro, dann kamen
die billigen Kredite und das Volk beschloß, reich zu werden: Sie
bestätigten sich gegenseitig, wie wertvoll doch ihre Häuser seien
und wetteiferten darum, geliehenes Geld „gewinnbringend, ganz ohne
Risiko“ in Beton, Glas und Vorstadtrasen zu versenken. Zum Shoppen
fuhren sie dann – ungelogen - auch mal nach New York.
In Der Kiez bröckelt geht es um
Berlin Friedrichshain. Lesen Sie, wie die Friedrichsheinis
ihren Kiez ruinieren – Es sind ja gar nicht
die Friedrichsheinis, nein, „Det war doch keener aus Berlin.“ -
doch lesen sie selbst !
Weiter Themen: Afghanistan, Argentinien und (als Bench-Mark) Truman Capotes Reportage über Tanger
Die „Reportagen“ sind bemerkenswert
unideologisch. Man sucht vergeblich Interpretationen und Wertungen,
die der Gutmenschen-Ideologie, dem Liberalismus oder sonst einer
wohlfeilen Weltanschauung entsprechen. Natürlich, es gibt keine
objektive Reportage, da niemand die objektive Wahrheit erkennen kann.
Doch es tut gut, wenn man nicht erzogen wird, wenn sich der Autor
wenigstens bemüht, frei zu sein. Das geschieht hier. Und
das beste ist: Man liest gerne weiter.
Auch wenn sich die Redaktion auf ihrer
Website das feministisch-verblödete große „I“ (wie
ÜbeltäterInnen) nicht verkneifen kann.(wk) 
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