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der Verlag über das Buch:
Mit Hirndoping zum Erfolg? Brauchen wir – in einer immer komplexeren
Welt – intelligentere Menschen? Und wie wäre dies zu erreichen? Mit
Pillen, die dauerhaft Aufmerksamkeit und Konzentration steigern? Mit
genetischen Manipulationen, die nachhaltig die geistigen Fähigkeiten
unserer Nachkommen verbessern? Mit hochentwickelten technischen
Hilfsmitteln wie Gehirn-Computer-Schnittstellen? „Neuro-Enhancement“
heißt das Zauberwort auf dem Weg zur Hyperintelligenz. Aber wie
realistisch sind die Visionen und Versprechungen seiner Befürworter? Und
grundlegender: Wie ist Intelligenz eigentlich definiert? Bekommen wir
überhaupt zu fassen, was wir da steigern wollen? Thomas Grüter ist
diesen Fragen mit kritischem Blick nachgegangen. Er beschreibt, was wir
heute über die menschliche Intelligenz wissen und wo die Perspektiven
und Grenzen einer pharmakologischen, genetischen oder technischen
Optimierung unserer kognitiven Leistungen liegen. Ein Blick auf die
Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) und auf die futuristische
Vision eines Mind-Uploads rundet das hochaktuelle und spannende Buch ab.
Wer heute etwas gelten will, meint der Philosoph Hans Magnus
Enzensberger, muss vor allen Dingen intelligent sein. Kein Wunder also,
dass immer mehr Menschen ihre Intelligenz mit allen Mitteln verbessern
wollen. „Neuro-Enhancement“ heißt das neudeutsche Schlagwort, unter dem
vehement über künstliche Verfahren zur Steigerung der Gehirnleistung
diskutiert wird. In Klüger als wir? erläutert der Arzt und
Neurowissenschaftler Thomas Grüter zunächst, was Intelligenz eigentlich
ist und wie man sie misst. Er belegt, dass es weder eine einheitliche
Definition noch eine sichere Messmethode gibt. Vergleiche des
Intelligenzquotienten über Generationen hinweg haben kaum Aussagekraft,
Vergleiche zwischen Völkern und Rassen sind grob irreführend. Dann
beschreibt er die Entwicklung der menschlichen Intelligenz von ihren
Anfängen an und weist nach, dass die Vorstellung von der Überlegenheit
des Menschen über die Tiere aufgrund seiner einmaligen Intelligenz ein
Mythos ist. Erst die Entwicklung bestimmter gesellschaftlicher
Strukturen am Ende der Altsteinzeit verschaffte dem Homo sapiens
entscheidende Vorteile. Nicht so sehr seine individuelle Intelligenz,
sondern insbesondere seine Fähigkeit zur komplexen Arbeitsteilung hat
dem Menschen die Herrschaft über die Erde ermöglicht. Aus diesem Grund
wird das derzeit viel beschworene individuelle Neuro-Enhancement keinen
großen Effekt haben – zumal nach Grüters Einschätzung keine der
gegenwärtig diskutierten Methoden überhaupt zum Erfolg führen kann. Eine
universale „Intelligenzpille“ gibt es nicht, und schon gar keine ohne
unerwünschte Nebenwirkungen. Auch über eine direkte Schnittstelle
zwischen Gehirn und Computer wird sich die Intelligenz nicht erhöhen
lassen. Zwar belegen die eindrucksvollen Erfolge der direkten Reizung
des Hörnervs bei Taubheit, dass man Wahrnehmungen über Computer erzeugen
und ans Gehirn weitergeben kann, aber eine allgemeine kognitive
Leistungssteigerung ist auf diesem Wege nicht möglich. Und genetische
Manipulationen zur Steigerung der Gehirnleistung bergen mehr Gefahren
als Chancen. Schließlich geht der Autor noch der Frage nach, ob der von
manchen Forschern vorgeschlagene Mind-Upload, die Übertragung des
menschlichen Geistes in einen Supercomputer, möglich ist und welche
Folgen er haben könnte. Und er wirft einen skeptischen Blick auf die
Forschungen zur künstlichen (Hyper-)Intelligenz. Grüter schreibt
lebendig und veranschaulicht die schwierige Materie immer wieder mit
kurzen Erzählungen. Seine kritische Bestandsaufnahme liefert eine
wichtige Orientierung in der zum Teil unreflektiert geführten Diskussion
um Neuro-Enhancement, kognitive Leistungssteigerung und
Hyperintelligenz.
. Eine "Kommentierte Kapitelübersicht" finden Sie auf thomasgrueter.de
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